Der Bison in den weiten Steppen Nordamerikas
Vor Jahrtausenden kam der Bison über die Beringstrasse vom europäischen über den asiatischen Kontinent nach Amerika. Mit dem Verschwinden des ewigen Eises der letzten Eiszeit brach die Brücke nach Europa und Asien ab. Die Besiedelung des Bisons in Amerika konnte beginnen. Da er keine natürlichen Feinde kannte, vermehrte sich der Bison rasant, wonach eine sagenhafte Zahl von 60 bis 80 Millionen Tiere in den Plains (Prärien) von Amerika lebten.
Die Indianer und der Bison
Für die Ureinwohner der amerikanischen Prärie war der Bison das Nahrungsmittel Nummer 1. Sie verwerteten alles von dem Tier. Nur die Jagd auf diesen Koloss war zu Fuss immer ein Kampf um Leben und Tod. Da das Pferd erst im 14.Jahrhundert mit den Spaniern nach Amerika kam, mussten sich die Jäger besondere Techniken aneignen um an die Beute zu kommen.
Sie jagten den Bison mit einfachen Speren und Pfeilen, wodurch sie sich sehr nahe an das mächtige Tier heranpirschen mussten, ehe ihre Waffen Wirkung zeigen konnten.
Die Jagd zu Fuss
Ein junger kräftiger Indianer verkleidete sich als Bison, mit Fell und entsprechender Kopfbedeckung. Er legte sich auf die Lauer in absehbarer Nähe zu einem Abgrund.
Seine Gefährten pirschten sich von der gegenüberliegenden Seite an eine grasende Herde an und warteten auf den passenden Moment. Sie scheuchten die Herde auf und der Indianer vor dem Abgrund machte sich bemerkbar, indem er von der Herde weg auf den Abgrund zu rannte, so dass die Herde das Gefühl hatte sie folge dem Leittier. Der mutige Indianer musste nahe genug an der Herde sein um als vermeintliches Leittier wahrgenommen zu werden, aber auch nahe genug am Abgrund, wo er sich kurz davor hinter einem schütztenden Vorsprung oder Felsen in Sicherheit bringen konnte. War er zu langsam, wurde er von einer in Panik geratenen Herde einfach überrannt.
Die Herde stürzte dann über den Abgrund hinab, wonach sie je nach Steilheit des Hanges sich tödlich verletzten oder aber fluchtunfähig wurden.
Das systematische Ausrotten der Indianer und der Bison
Mit der Besiedelung des weissen Mannes begann ein unaufhörlicher Drang nach Westen Amerikas. Auf dem Weg dorthin stiessen die Siedler immer wieder auf die Wiederstände der Indianer, welche sich ihr Land nicht einfach wegnehmen liessen. Blutige Schlachten waren die Folge.
Um die Ausrottung der Indianer voranzutreiben und sie endlich in ihre eigens dafür erstellten Reservate zurück zu drängen, wurde ihre Grundversorgung angegriffen. Die Ausrottung des Bisons war besiegelte Sache.
Scheinbar nur zum Spass wurden die Bisons aus fahrenden Zügen erschossen. Es avancierte zum regelrechten "Volkssport". Einer der berüchtigsten unter Ihnen war William F.Cody, oder besser bekannt als Buffalo Bill.
Den Tieren, die bis anhin keine Feinde zu fürchten hatten lauerte man an Wasserstellen auf und rottete sie langsam aber sicher aus.
Über wenige Jahre eine fast komplette Ausrottung...
Nur radikalem Umdenken engagierter Tierschützer war es zu verdanken, dass die wenigen 100 überlebenden Bisons Zuflucht im Yellowstone Nationalpark fanden und sich dort in Ruhe wieder entwickeln konnten. Heute existieren wieder um die 400 bis 500 Tausend Bisons auf der Welt.













